Alois Karl Bundestagsabgeordneter für Amberg-Sulzbach-Neumarkt


MdB Karl: Straßenbaugespräch für Amberg und Amberg-Sulzbach

Die Zahlen sind beeindruckend: "Wir unterhalten uns heute", erklärte Bundestagsabgeordneter Alois Karl bei der Eröffnung des Straßenbau-Fachgesprächs im historischen Sitzungssaal des Rathauses Köngstein "über elf Projekte im Bereich der Bundesstraßen mit einem Investitionsvolumen von 150 Millionen Euro und über vier wichtige Staatsstraßenprojekte mit einem Investitionsvolumen von zehn bis elf Millionen Euro."

In Abstimmung mit Landrat Richard Reisinger und MdL Dr. Harald Schwartz hatte der Wahlkreisabgeordnete die Bürgermeister des Landkreises Amberg-Sulzbach und Ambergs OB Michael Cerny zu dem Informationsgespräch eingeladen. Mit dabei der Chef des Staatlichen Bauamts Amberg, Direktor Henner Wasmuth und seine rechte Hand Bauoberrat Stefan Noll. Sie stellten den Politikern die anstehenden Projekte vor.

Aus seiner Sicht, so Alois Karl, sei  der Ausbau und die Ertüchtigung der B85 zwischen der Autobahn A9, Ausfahrt Pegnitz, und der Autobahn A 93, Ausfahrt Schwandorf abolut vorrangig. Für den Abschnitt bis Auerbach sind laut Bauamt  rund 30 Millionen Euro veranschlagt. Erste Planungen sind erarbeitet und wurden an die Kollegen  des Straßenbauamts Bayreuth weiter gegeben.  Drei Millionen Euro  sind im weiteren Verlauf für die Brückenerneuerung in Mönlas vorgesehen, zwei Millionen Euro für die Kreuzung bei Edelsfeld und  2,1 Millionen Euro für die Anbindung der Kreisstraße AM 6 in diesem Bereich.   Stolze 65 Millionen Euro werden verbaut sein, schätzt Henner Wasmuth,  wenn die B 85 endgültig von der Schweppermann-Kaserne südlich von Amberg bis zur Landkreisgrenze bei Pittersberg  für die Anforderungen des stetig steigenden Verkehrs  ausgebaut ist.

Die B 85, so Alois Karl,  sei als wichtige Ost-West-Verbindung von Prag über Bayern und Baden-Württemberg bis Frankreich von überregionaler Bedeutung. Sie garantiere aber auch eine sehr wichtige Ost-West-Erschließung der Region Amberg/Amberg-Sulzbach.

Seit 2005 sei es gelungen zwischen Sulzbach-Rosenberg und Amberg und zwischen der Autobahn-Ausfahrt Amberg-Ost und Pittersberg deutliche Verbesserungen zu schaffen. Jetzt gehe es darum, die Fahrbahn zwischen der Ausfahrt Pegnitz und Auerbach und zwischen Amberg-Schweppermann-Kaserne bis zur Staatsstraße nach Schwarzenfeld dreistreifig auszubauen. Hinzu komme nun, den Knoten mit der Ausfahrt Amberg-Ost und der Staatsstraße nach Schwarzenfeld, sowie von Pittersberg zur Grenze mit dem Landkreis Schwandorf leistungsfähiger zu machen.

Eine wichtige Verbindung ist auch die B299, die aus dem Landkreis Neumarkt bei Lauterhofen auf den Landkreis Amberg-Sulzbach stößt und ihn in Nord-Süd-Richtung erschließt. Hier ist es Alois Karl in Zusammenspiel mit den Verantwortlichen vor Ort gelungen, einige Projekte (wieder) im Bundesverkehrswegeplan zu verankern. Auch hier gebe es drei für ihn vordringliche Maßnahmen: die Ortsumgehung von Tanzfleck (sechs Millionen Euro), die Ortsumgehung Ursensollen (8,8 Millionen Euro) und die Strecke zwischen Ursensollen und Kastl, auf der es noch einige gefährliche und unfallträchtige Abschnitte gebe. Hier sind nach heutiger Berechnung 20 Millionen Euro erforderlich.  Ein begleitender Radweg von St. Lampert nach Lauterhofen ist noch im Gespräch.

Sorgen machen Alois Karl die jüngsten Eintrübungen der Konjunktur, die auch auf die öffentlichen Haushalte durchschlagen könnten, sowie die erheblichen Baukostensteigerungen und die offenbar noch langfristige hohe Auslastung beim Tiefbau. 2018 habe man eine Baukostensteigerung von 6,7 Prozent registrieren müssen.

Nach wie vor seien die Planungs- und Realisierungsprozesse schwierig. Alois Karl nannte den Grunderwerb, Egoismen einzelner Beteiligter, hohe Ansprüche an Gerichtsfestigkeit und drohende Verbandsklagen. "Wenn sich alle Beteiligten konstruktiv einbringen, dann können wichtige Projekte zügig realisiert werden", sagte Karl, "aber wenn nur einer auf stur schaltet, kommt es zu teilweise massiven Verzögerungen und Mehrkosten. Das schiebt dann häufig auch Verbesserungen bei der Verkehrssicherheit und beim Lärmschutz auf die lange Bank, sowie bessere Anbindung von Gewerbegebieten.



Königsteins Bürgermeister Hans Koch nutze die Gelegenheit, um auf die Anbindung Königsteins bei Mönlas an die B85 anzusprechen. Das sei ein wichtiges Anliegen seiner Gemeinde.

Momentan, so Henner Wasmuth und Stefan Noll, sei es möglich ausreichend Mittel abzurufen, um wichtige und baureife Projekte bei den Bundesfernstraßen zu verwirklichen. Sie würden hier Schritt für Schritt wichtige Projekte voran treiben und soweit möglich auch umsetzen. Allerdings würde das Amt angesichts der Vielzahl von Projekte von Land und Bund an seine personellen Grenzen stoßen. Die hohen rechtlichen Anforderungen bei der Planung seien eine massive Herausforderung.

Weitere Themen waren der Radwegbau zwischen Gebenbach und Freihung, zwischen Wernberg und Schnaittenbach, zwischen Sulzbach-Rosenberg und Schwend, sowie zwischen dem Happy Rock und der Bereitschaftspolizei im Bereich Sulzbach-Rosenberg.

Landrat Richard Reisinger verwies darauf, dass die Belange des Umwelt- und Lärmschutzes bei den Projekten beachtet werden müssten, um die Akzeptanz der Bürger zu bekommen. Dazu gehöre auch die gewissenhafte Prüfung, ob ein Straßenprojekt wirklich notwendig ist. Wenn man verdeutlichen könne, dass eine Maßnahme Menschenleben retten könne, dann seien die Vernünftigen auch bereit, das mit zu tragen.

Alois Karl sieht in den Straßenbaufachgesprächen zu Beginn eines Jahres ein wichtiges Instrument, den Blick der Verantwortlichen auf Projekte in der Region zu richten. Der Dialog zwischen dem Bundestagsabgeordneten, dem Landtagsabgeordneten, Landrat und Bürgermeistern mit dem Straßenbauamt führe häufig dazu, einzelne Projekte besser oder zeitnaher zu realisieren.