Alois Karl Bundestagsabgeordneter für Amberg-Sulzbach-Neumarkt


MdB Karl im Dialog mit der neuen Leiterin der Arbeitsagentur

Die Vorsitzende der Geschäftsführung, Silke Grimm, berichtete Bundestagsabgeordneten Alois Karl von einer weiterhin hohen Ausbildungs- und Einstellungsbereitschaft der regionalen Betriebe, die trotz Corona erfreulich sei. Eine besondere Herausforderung durch die Corona-Pandemie sei es, als Arbeitsagentur junge Menschen über die Chancen einer beruflichen Ausbildung und die jeweiligen Berufe zu informieren. Gerade der klassische Weg einer ersten Information an den Schulen mit einer folgenden Berufsberatung durch die Agentur für Arbeit sei aufgrund der Pandemie in den letzten Monaten nur sehr beschränkt möglich gewesen. Dank der gesunkenen Infektionszahlen können die Berufsberater nun wieder präsenter an den Schulen sein, zudem steht seit Kurzem auch die Möglichkeit zur Verfügung, eine Videoberatung zu vereinbaren. So nutzt die Agentur alle Wege, um Jugendliche und Unternehmen zusammen zu bringen.

"Jetzt gilt es hier nochmals anzupacken. Das gilt auch für die Jugendlichen selbst, die sich von den Arbeitsagenturen informieren und sich als Bewerber für einen Ausbildungsplatz eintragen lassen können. Gerade die berufliche Bildung ermöglicht nicht nur einen guten Start in das Erwerbsleben, sondern bietet auch langfristige Perspektiven für unsere jungen Menschen. Wer fleißig und geschickt ist, kann sich dort eine gute Zukunft aufbauen. Dies gilt in den klassischen Handwerksbetrieben ebenso, wie im Handels- und Dienstleistungssektor. Ich erlebe geradezu täglich, dass Unternehmer nach Fachkräften mit beruflichen Abschluss suchen. Das war in vielen Branchen bereits während der Krise der Fall und verstärkt sich mit dem sich abzeichnenden Aufschwung zusätzlich", berichtete Alois Karl.

Silke Grimm konnte diesen Eindruck auch mit regionalen Zahlen der Arbeitsagentur bestätigen. Die Pandemie hat zwar zu einem Anstieg der Arbeitslosenzahlen geführt, dieser fiel aber deutlich niedriger aus, als zunächst anzunehmen war. Dank des Instruments der Kurzarbeit haben die Unternehmen so weit möglich ihre Beschäftigten gehalten. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigen in der Region ging nach einem jahrelangen Anstieg 2020 nur geringfügig zurück und bewegt sich noch immer auf einem hohen Niveau. "Dies zeigt, dass die bestehenden Fachkräfteengpässe in vielen Branchen durch die Krise zwar überlagert wurden, aber nicht verschwunden sind. Das wissen die Arbeitgeber am besten. Ihre Ausbildungsbereitschaft ist weiterhin hoch und es gibt für Jugendliche und junge Erwachsene in der Region auch jetzt noch ein attraktives und vielfältiges Ausbildungsangebot", sagt Silke Grimm.

Die Arbeitsagentur beabsichtige, ihre Beratungsangebote für potentielle Ausbildungsplatzsuchende noch weiter zu intensivieren. Die Zahl der Jugendlichen, die mit Hilfe der Agentur eine berufliche  Ausbildungsstelle sucht, ist gegenüber dem Vorjahr rückläufig. Schon seit einigen Jahren verzeichne die Agentur mehr Lehrstellenangebote als Ausbildungsinteressenten, verantwortlich hierfür sind vor allem der demographische Wandel, der Trend zum weiterführenden Schulbesuch, aber auch die Auswirkungen der Pandemie. Viele Ausbildungsverträge wurden bereits geschlossen. Im Mai waren noch 569 Lehrstellen unbesetzt und 177 Bewerber haben noch nach einem Ausbildungsplatz gesucht. Das Verhältnis von mehr als drei offenen Lehrstellen je Ausbildungsinteressenten zeige, dass auch eine kurzfristige Entscheidung für eine berufliche Ausbildung erfolgsversprechend sein kann. Zugleich sollten Bewerber sich auch für Ausbildungsberufe entscheiden, die ihnen aufgrund ihrer individuellen Fähigkeiten gute Perspektiven bieten. Hier werde die Arbeitsagentur weiter ansetzen und werde auch kurzfristig die jungen Menschen sowie ihre Eltern kompetent beraten.

Ebenso positiv lautete das Fazit für den Bereich der Kurzarbeit. Bundestagsabgeordneter Alois Karl berichtete von den über 34 Milliarden Euro, die vom Bund für das Kurzarbeitergeld im Rahmen der Pandemiebekämpfung aus dem Bundeshaushalt zur Verfügung gestellt wurden. "Wir wollen damit eine Brücke in eine gute Zukunft schlagen. In der Krise konnten Arbeitnehmer ihren Job erhalten und die Unternehmen ihre Fachkräfte und ihr Knowhow halten, damit sie mit Kraft die Chancen des sich abzeichnenden Aufschwungs nutzen können."

Grundsätzlich habe sich das verbesserte Kurzarbeitergeld bewährt, berichtet Silke Grimm dem Wahlkreisabgeordneten. Kurzarbeit ist ein flexibles Instrument, um Beschäftigte am Arbeitsplatz zu halten und Kündigungen zu vermeiden.  Lokal gesicherte Zahlen liegen aktuell nur bis Dezember vor, daher können wir für den aktuellen Rand noch nicht konkret sagen, wann es zum erhofften Rückgang bei der Kurzarbeit in der Region kommen wird und wie stark dieser ausfallen werde. Die anziehende Konjunktur lasse darauf hoffen, dass immer mehr Unternehmen in den Normalbetrieb zurückkehren können. Die Arbeitsagentur strebe zudem an, die heimischen Unternehmen noch stärker auf die Qualifizierung ihrer Mitarbeiter während der Kurzarbeit hinzuweisen. Hier gebe es gute Möglichkeiten, diesen Zeitraum der Kurzarbeit als Chance für eine gute Personalentwicklung zu nutzen.

Insgesamt sehen sowohl Alois Karl als auch Silke Grimm die Entwicklung auf den Arbeits- und Ausbildungsmarkt in Amberg und Amberg-Sulzbach auf einen guten Weg. In beiden Bereichen sei die Lage besser als im Bundesdurchschnitt. Trotzdem sei es unverzichtbar, dass sich die Arbeitsagentur weiterhin engagiert einbringe. Dies gelte insbesondere für den Bereich der betrieblichen Ausbildung, da dadurch für die Jugendlichen das Risiko einer Arbeitslosigkeit stark gemindert werde. Zugleich können die Betriebe sich zugleich die Arbeitskräfte der Zukunft für sichern. Auch biete sich aktuell die Chance, mit Unterstützung der Arbeitsagentur erfahrene Mitarbeiter zusätzlich zu qualifizieren. Natürlich sind zunächst Arbeitgeber und Arbeitnehmer selbst gefordert aktiv zu werden. Aber die Agentur helfe ihnen, als neutraler Makler zueinander zu finden und könne über Fördermittel viele sinnvolle Maßnahmen unterstützen.