Alois Karl Bundestagsabgeordneter für Amberg-Sulzbach-Neumarkt


MdB Karl: Auswirkungen der US-Wahl auf Truppenabzug aus Deutschland

Die Wahlen in den USA lassen in Vilseck und Grafenwöhr die Hoffnung aufkeimen, dass der neue Präsident Joe Biden die Entscheidung seines Vorgängers nochmal überdenkt, einen Großteil der US-Truppen aus dem Oberpfälzer Standort abzuziehen.

Bundestagsabgeordneter Alois Karl teilt diesen sehr vorsichtigen Optimismus und baut darauf, dass die Biden-Administration nach Prüfung der Standortfaktoren davon absieht, 4500 der dort dauerhaft stationierten US-Soldaten mit ihren Familien im Gefolge zu verlegen. Vielleicht helfe es ein wenig, erinnerte er sich, dass die Ehefrau des künftigen Präsidenten, Jill Biden, Grafenwöhr von einem persönlichen Besuch kennt.

Doch, so Karl, wäre es fahrlässig auf das Prinzip Hoffnung zu setzen. In einem Brief an Bundesinnenminister Horst Seehofer hatte der Stimmkreisabgeordnete die dramatischen Folgen aufgelistet, die der Truppenabzug für die Region hätte. „Wir sprechen von einem Kaufkraftverlust von 600 Millionen Euro im Jahr. In der strukturschwachen Gegend wäre das nicht aufzufangen“. Alois Karl bat Seehofer darum, nach Möglichkeiten zu suchen, den wirtschaftlichen Abstieg dieses Bereichs der Oberpfalz zu verhindern.

Horst Seehofer teilt die Einschätzung, dass der Truppenabzug einschneidende Auswirkungen haben würde. Doch derzeit, schreibt er in seiner Antwort, zähle der Landkreis Amberg-Sulzbach in seiner Gesamtheit nicht zu den strukturschwachen Regionen, was wirtschaftspolitische Maßnahmen wie Behördenverlagerungen oder Förderung von Wissenschaftseinrichtungen erschwere. Auch die Städtebauförderung gebe noch kein Programm her, das zur Umwandlung militärischer Einrichtungen angewandt werden könnte. Grundsätzlich sei aber das Programm „Wachstum und nachhaltige Erneuerung“ geeignet. Die Koordinierung sei aber Sache des Freistaats.