Alois Karl Bundestagsabgeordneter für Amberg-Sulzbach-Neumarkt


Fachkräfteportal vorgestellt

Es ist an sich eine Erfolgsgeschichte. Im Landkreis Neumarkt herrscht Vollbeschäftigung, Jugendarbeitslosigkeit ist quasi nicht existent. Aber es gibt einen Wermutstropfen: Fachkräftemangel. 1168 Arbeitslosen im September standen 1105 offene Stellen gegenüber. Die Betriebe haben zunehmend Schwierigkeiten zeitnah Stellen zu besetzen und so Wertschöpfung in die Region zu holen bzw. in der Region zu halten. Dem will der Landkreis mit dem digitalen Fachkräfteportal „Starke Jobs“ entgegen wirken.

Zusammen mit Bundestagsabgeordnetem Alois Karl stellte Landrat Willibald Gailler das Portal vor, für das der Landkreis ganz bewusst die Stadt Neumarkt mit ins Boot geholt hat. Gesprächspartner waren weiter Karl Weigl und Andreas Huthansl vom Neumarkter Dienstleister Auctores GmbH, Michael Gottschalk, der Leiter Kreisentwicklung, Michael Endres und Bernd Hofmann (Wirtschaftsförderung am Landratsamt), ihr Kollege bei der Stadt Neumarkt, Christian Raststätter, Monika Aurbach von der Arbeitsagentur Neumarkt, Silke Auer vom Industrie- und Handelsgremium, Kreishandwerksmeister Gerhard Ulm, Mario Göhring von der Handwerkskammer, Prof. Dr. Stefan Bauer von der Fachhochschule für angewandtes Management und der selbstständige Berater Stefan Grosse.

MdB Alois Karl hatte sich um eine Bundesförderung des Modellprojekts mit Kosten von 130 000 Euro bemüht und einen Zuschuss von 80 Prozent erreicht. Dazu wurde von ihm das Programm „Land.digital“ angezapft, das Mittel für Vorhaben bereit stellt, die die Lebenschancen im ländlichen Raum verbessern sollen.

Kernstück der neuen Online-Plattform, die 2019 an den Start geht, ist die Möglichkeit, konkrete Stellenangebote mit dem Profil von Bewerbern abzugleichen. Eine Besonderheit ist, dass nicht nur Angebote eingestellt, sondern auch Unternehmen und Interessenten darauf hingewiesen werden, wenn für sie interessante Stellen oder Bewerber neu hinzukommen.
Zwar dürfe, so Karl, der Bund nach dem Grundgesetz keine direkte Förderung von Landkreisen, Städten und Gemeinden betreiben. Aber es gebe eben Themen, die der Bund gezielt anstoßen möchte. Deshalb habe der
Bund Sonderprogramme aufgelegt, damit Landkreise, Städte und Gemeinden im ländlichen Raum gestärkt werden.
Das Fachkräfteportal sei eine Abrundung des tollen Angebots für Unternehmen und Arbeitnehmer in Stadt und Landkreis Neumarkt, weshalb Stadt sich hier einbringe.
Wichtig sei, betonte Oberbürgermeister Thomas Thumann.

Karl Weigl erklärte, dass über die Kooperation von Auctores mit der Arbeitsagentur erreicht werden könne, dass Unternehmer und Interessenten sich nur einmalig um Einstellung kümmern müssten. Die weitere Pflege erfolge dann über Auctores oder Arbeitsagentur.
Die Kooperationspartner werden noch stärker eingebunden werden, wenn nach dem offiziellen Start des Portals im Frühjahr 2019 an Schulen und Unternehmen dafür geworben wird.

Entwickelt haben die Idee Prof. Dr. Stefan Bauer und Michael Gottschalk im Rahmen einer Jobmeile. Für Bauer ist es eine große Freude zu sehen, dass aus einer guten Idee dank engagierter Mitstreiter und Bundesförderung Realität werden kann. Besonders hervorzuheben sei, dass das Fachkräfteportal so gestaltet wird, dass es einfach zu nutzen ist. Wer dennoch nicht auf Anhieb zurecht kommt, dem bietet Auctores auch gezielte Hilfe an.

Die Arbeitsagentur, ergänzte Monika Aurbach, sehe sich als Partner bei der Bekämpfung des Fachkräftemangels.
Über ein solches Portal könne das Bewerberpotential für offene Stellen noch vergrößert werden.
Michael Gottschalk möchte das Online-Portal gerne durch eine öffentlichkeitswirksame Kampagne begleiten lassen. Er hofft, regionale Unternehmer und Arbeitnehmer, die das Portal erfolgreich nutzten, um eine wohnortnahe Stelle zu bekommen, dafür zu gewinnen. Sie sollten darin erklären, warum sie sich für den Landkreis Neumarkt entschieden haben.