Alois Karl Bundestagsabgeordneter für Amberg-Sulzbach-Neumarkt


Alois Karl besichtigt Pilotprojekt von Max Bögl in Gaildorf

 

Ausgerechnet den nassesten Tag der letzten Wochen hatte sich eine von MdB Alois Karl angeführte Reisegruppe des CSU-Kreisverbandes Neumarkt ausgesucht, um sich das 80 Millionen Euro teure Pilotprojekt der Firma Max Bögl anzusehen, die in Gaildorf bei Crailsheim Windräder mit Wasserbatterien kombiniert. Zukunftsträchtig, denn die Speicherung von grünem Strom ist eine der zentralen Herausforderungen. Die Windturbinen laufen schon, die „Wasser-Batterie“ geht voraussichtlich im Sommer 2019 in Betrieb.

Jeweils maximal 44000 Kubikmeter Wasser am Fuß von drei Windkraftanlagen auf dem Höhenrücken über dem Tal und die Kraft, die sie entwickeln, wenn sie 200 Meter nach unten in das Pumpspeicherhaus im Dörfchen Münster stürzen, sind diese Batterie, die innerhalb von 30 Sekunden reagieren kann.

Das Unterbecken, in dem das nötige Wasser, rund 160000 Kubikmeter, bevorratet wird, wurde in einer schon genehmigten Flutmulde angelegt. So ist der Eingriff in die Natur undramatisch. Das ist auch bei den Becken auf dem Berg der Fall. Denn für den Bau konnten die Zufahrtswege für die Errichtung der Windräder genutzt werden. Die Hybridtürme stehen auf den 40 Meter hohen Aktivbecken und erreichen die Rekord-Nabenhöhe von 178 Metern.

Zum Einsatz kommt die Wasserbatterie bei plötzlichen Spitzen im Bedarf. Das ist dann teurer Strom, räumt Johannes Kaltner auf Nachfrage von Kreisvorsitzendem MdB Alois Karl ein, und derzeit seien die Geschäftsaussichten nicht so rosig. Es werde vermutlich besser, sobald die Atomkraftwerke abgeschaltet sind und als Regulatoren nicht mehr zur Verfügung stehen. Die Firma Bögl geht da ganz bewusst in Vorleistung auf die zukünftigen Anforderungen. 90 Prozent der Gesamtkosten stemmt das Unternehmen selbst.

Zwar liefern die Windräder schon fleißig Strom, doch es dauert noch mit der Wasserbatterie. Das Pumpspeicherhaus liegt 25 Meter unter der Erde, der Düker zum Unterbecken ist fertig gebohrt. Eine einmalige Gelegenheit für die Besucher aus Neumarkt, über ein Mannloch in den Untergrund zu klettern und die 120 Meter unter der Kocher bis zum Unterbecken zu spazieren.

Für die Druckleitung kommen PE-Rohre zum Einsatz. Die mit zwei Meter Durchmesser musste Bögl selbst entwickeln. Inklusive Schweiß- und Biegetechnik.

Nach dem Abstieg ins Kraftwerk stand zum Abschluss der Reise noch ein Aufstieg bevor. Vom 40 Meter hohen Aktivbecken hätte sich ein wunderbarer Blick über das Tal der Kocher eröffnet und auf die anderen Wind-Wasser-Kombi-Anlagen. Doch leider  goss es in Strömen.