Alois Karl Bundestagsabgeordneter für Amberg-Sulzbach-Neumarkt


Berlin-Ticker MdB Alois Karl, Nr. 405 vom 18.05.2018

Alois Karl: Erneut mit Führung der deutsch-baltischen Gruppe betraut!

Offenbar habe ich in den letzten 4 Jahren meine Arbeit als Vorsitzender der Deutsch-Baltischen Parlamentarier­gruppe gut gemacht. Denn ich bin in diesem Amt bestätigt worden. Insgesamt gibt es 48 Parlamentarier­gruppen im Deutschen Bundestag mit Partnerländern in der ganzen Welt. 16 davon werden von Abgeordneten der CDU/CSU-Fraktion geführt, drei Vorsitzende stellt die CSU-Landesgruppe - einer davon bin ich.

Meine Aufgabe ist es, engen Kontakt mit den entsprechenden Gruppierungen der Parlamente in Estland, Lettland und Litauen zu pflegen. Das verlangt viel Fingerspitzengefühl, denn die Geschichte der drei baltischen Staaten ist seit dem Mittelalter eng mit den Staaten verknüpft, die heute Deutschland ausmachen. Das war zuweilen alles andere als konfliktfrei.  Hundert Jahre ist es heuer her, dass die Balten 1918 nach dem Ende des Ersten Weltkriegs ihre Unabhängigkeit vom zerfallenen Zarenreich erklärten. Doch die Freude war nicht von langer Dauer. 1939 wurden Esten, Letten und Litauer aufgrund des Hitler-Stalin-Paktes durch die Sowjetunion okkupiert. 1941 griff dann das III. Reich die Sowjetunion an und die Wehrmachtbesetzte dabei auch die baltischen Staaten. Noch vor Ende des Zweiten Weltkriegs wurden Estland, Lettland und Litauen dann von der Roten Armee wieder erobert, die Sowjetunion verleibte sich die drei Staaten ein.

Erst 1989erstritten sich die Balten wieder ihre Unabhängigkeit. Mehr als 1 Million Menschen bildeten eine 600 Kilometer lange Menschenkette von den Hauptstädten Tallin über Riga bis nach Vilnius. Dieser „Baltische Weg“brachte – noch vor dem Fall der Berliner Mauer - die Wende und läutetedenZusammenbruch der Sowjetunion ein. Wir haben also einen guten Teil unserer Wiedervereinigung dem mutigen Einsatz dieser Menschen im Baltikum zu verdanken. Angesichts dieser Geschichte dürfen wir uns nicht wundern, dass die Menschen in dieser Region die russischen Übergriffe auf die Halbinsel Krim und in der Ostukraine mit ganz großem Unbehagen verfolgen. Gerade in ihrer Mitgliedschaft in der NATO und in der EU sehen die baltischen Staaten eine Überlebensgarantie.

In den baltischen Staaten stellen ethnische Russen teilweise erhebliche Bevölkerungsteile. Auch ihnen das Gefühl zu geben, dass sie der EU gut aufgehoben sind, ist eine sehr diffizile Aufgabe. Die Deutsch-Baltische Parlamentariergruppe widmet sich ihr daher besonders. Ich habe das bei mehreren Besuchen im Baltikum erfahren, unter anderem auch in der Stadt Narwa, ganz im Osten Estlands. Dort sind 90% der Bevölkerung ethnische Russen.

Die europäischen Staaten schauen heute staunend auf die wirtschaftlichen Erfolge der Balten. Große Bewunde­rung erfahren die baltischen Staaten auf dem Gebiet der IT. Dort sind sie unbestritten Vorreiter in ganz Europa. Hier kann sich Deutschland und können sich viele europäische Staaten eine große Scheibe abschneiden.

Mein letzter Besuch im Baltikum liegt nicht lange zurück. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hatte mich eingeladen, ihn zu begleiten. Binnen vier Tagen haben wir im letzten Jahr die drei baltischen Staaten besucht, ein dichtes Programm abgewickelt und einen umfassenden Dialog geführt.

Mit besten freundlichen Grüßen und allen guten Wünschen verbleibe ich
Ihr

 

 



Alois K a r l
Bundestagsabgeordneter

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