Alois Karl Bundestagsabgeordneter für Amberg-Sulzbach-Neumarkt


Parkanlage mit Sanitäreinrichtungen schmeckt nicht

MdB Alois Karl mit Präsident Reinhard Pirner, Bürgermeister Ludwig Lang (re.) und Jürgen Zeberl (li.)

Die Autobahndirektion Nordbayern plant (wie berichtet) an der A6 an der Landkreisgrenze eine Parkanlage mit Sanitäreinrichtungen, eine so genannte PWC. Den Dippersrichtern und Traunfeldern, die mit am dichtesten dran wären, schmeckt das so nicht.

LAUTERHOFEN – Georg Deinhard bat deshalb Bundestagsabgeordneten Alois Karl, sich der Sache anzunehmen und der brachte zum Ortstermin gleich den Präsidenten der Direktion, Reinhard Pirner, mit, der schließlich zusagte, eine für die Dörfer verträgliche Lösung zu suchen.

Denn es gibt drei Standortvarianten, die derzeit untersucht würden. Die eine liegt nahe Oberrieden im Stadtgebiet Altdorf, die zweite ziemlich auf der Landkreisgrenze und die dritte eben zwischen Dippersricht und Traunfeld. Dagegen wehren sich die Bewohner der beiden Dörfer. Jürgen Zeberl hat eine Unterschriftenliste rum gehen lassen und wunderte sich über den Erfolg „in unserer erzkonservativen Gegend“. Seine Argumentation hat auch Pirner beeindruckt, weil sie in sehr sachlichem Ton gehalten war, wie er betonte. Da ist er anderes gewohnt.

Denn den Dorfbewohnern geht es nicht um die PWC an sich. Deren Notwendigkeit wird eingesehen. Darauf hätten die Speditionen als fleißige Mautzahler auch einen Anspruch. Laut Pirner haben Untersuchungen ergeben, dass zwischen Nürnberg-Ost und Amberg-Ost 180 Stellplätze für Lkw fehlen, damit deren Fahrer ihre Lenkzeiten einhalten können, ohne die Autobahn verlassen zu müssen. Müssen sie runter, führe das nämlich häufig zu wildem Parken in Gewerbe- und sogar Wohngebieten. Gebührenpflichtige Stellplätze würden häufig das Budget osteuropäischer Trucker sprengen.

Es sei, so Pirner, geplant, alle 25 Kilometer eine PWC anzubieten. Tank- und Rastanlagen seien in einem Abstand von 50 bis 100 Kilometern sinnvoll.

MdB Alois Karl und Reinhard Pirner, der Präsident der Autobahndirektion Nordbayern mit besorgten Bürgern aus Dippersricht und Traunfeld. Lauterhofens Bürgermeister Ludwig Lang und die Leiterin des Kreisbauamtes, Helga Huber (re), hatten sich dazu gesellt.

Auch PWC unterliegen freilich dem Diktat der Wirtschaftlichkeit. Wenn naturschutzrechtliche Fragen abgeklärt sind, ist zu ermitteln, wie kostengünstig Stromanschluss, Wasserversorgung und Abwasser- Ableitung gewährleistet werden können. Um Ein- und Ausfahrten verkehrssicher zu machen, kommen nur gerade, leicht einsehbare Autobahnstrecken in Frage.

Den Anwohnern geht es jedoch darum, die Parkanlage möglichst vom Dorfrand fern zu halten. Sie fürchten vor allem den Lärm und die Störung der Nachtruhe durch Klimaanlagen im Sommer und Heizungen im Winter.

Alois Karl rang Reinhard Pirner die Zusage ab, untersuchen zu lassen, ob auf Höhe der Bezirksgrenze eine versetzte Anlage gebaut werden könnte. Die PWC in Fahrtrichtung Amberg würde dann etwas nach Franken hin rücken, wo die nächste Wohnbebauung weit weg wäre.

Eher unwahrscheinlich ist nach Ansicht Alois Karls, dass in absehbarer Zeit eine Autobahnausfahrt Traunfeld gebaut wird. Die steht überdies auf der Wunschliste der Anwohner auch gar nicht weit oben. Die üblichen Kriterien würde sie erfüllen, meinte Reinhard Pirner, aber das erwartete Verkehrsaufkommen sei eher gering. 

 

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