Alois Karl Bundestagsabgeordneter für Amberg-Sulzbach-Neumarkt


MdB Alois Karl unterwegs mit Essen auf Rädern

Ökumenische Sozialstation kündigt bei Pressegespräch deutliche Ausweitung des ambulanten Angebots an

Sulzbach-Rosenberg. „Erst die Pflicht, dann die Kür“ dieses Motto galt auch für die Teilnahme des Wahlkreisabgeordneten Alois Karl, MdB, an der Aktion Rollentausch. Zunächst belud Bundestagsabgeordneter Alois Karl ein Fahrzeug für „Essen auf Rädern“ am Altenheim St. Barbara, zusammen mit dem regulären Fahrer, den er dann bei der Auslieferung an 7 hochbetagte Senioren unterstützte. Nach seiner Rückkehr in die Ökumenische Sozialstation Sulzbach-Rosenberg stand er im Rahmen eines gemeinsames Mediengesprächs mit Caritas Kreisgeschäftsführer Günther Koller und der stellvertretenden Pflegedienstleiterin Alexandra Pirner Rede und Antwort. Dabei ging es sowohl um die Eindrücke des Abgeordneten bei der Verteilung der Essen, als auch um die Reformen der Pflegeversicherung in dieser Wahlperiode. Diese ermögliche auch der Sozialstation in Sulzbach-Rosenberg eine deutliche Ausweitung ihres Leistungsangebots.

„Ich habe heute wieder einmal erleben dürfen, dass die betroffenen Menschen es sehr schätzen, wenn sie möglichst lange in ihrem vertrauten Umfeld bleiben können. Es hat mir gezeigt, wie richtig es war, dass wir mit den Pflegereformen in dieser Legislaturperiode insbesondere den ambulanten Bereich gestärkt haben. Unser Ziel war es, das Leben der älteren Mitbürger möglichst zu Hause im eigenen Umfeld zu gestalten. Ich weiß, dass man einen älteren Baum besser nicht verpflanzt. Übertragen auf den Pflegebereich ist es wichtig, dass wir das Prinzip `ambulant vor stationär´ nachhaltig gestärkt haben. Es ist eine dramatische Besserstellung für den Einzelnen, wenn er in seiner vertrauten Umgebung versorgt werden kann. Daher sind die 5 Milliarden Euro gut angelegt, die zusätzlich in den Bereich Pflege fließen. Die Reformen erleichtern es den Betroffenen, sich ein Unterstützungsangebot zusammenzustellen, das für sie passt. Wir haben zudem zahlreiche Verbesserungen für pflegende Angehörige auf den Weg gebracht. Diese umfassen sowohl finanzielle Verbesserungen, eine optimierte soziale Absicherung und auch Verhinderungspflegeleistungen, damit auch die Pflegenden neue Kraft schöpfen können. Und insbesondere die Angehörigen profitieren davon, dass wir rund eine halbe Million von Demenz Betroffenen erstmals in das System der Pflegeversicherung einbezogen haben.

Wichtig ist mir, dass wir auch das Vergütungssystem umgestellt haben, wir die Pflege mit zusätzlichen Mitteln ausgestattet und die Vergütungssätze dynamisiert haben. Damit haben wir die Pflegeversicherung, zu deren Vätern mein Vorgänger als Wahlkreisabgeordneter Rudolf Kraus gehört, mit einem Quantensprung umfassend weiterentwickelt.

Zugleich wissen wir, wie wichtig eine Einrichtung wie die Ökumenische Sozialstation in Sulzbach-Rosenberg ist. Es sind ihre 62 Mitarbeiter, die über Pflegedienstleistungen, Pflegeberatung und auch über unterstützende Hilfen, wie Essen auf Rädern, den Menschen ermöglichen, lange in ihrer vertrauten Umgebung zu leben. Deshalb sind sie für mich Helden des Alltags und verdienen unsere aller Respekt. Ohne sie wäre der Landkreis Amberg-Sulzbach deutlich ärmer.“

Caritas-Geschäftsführer Günther Koller dankte zunächst Alois Karl für diese Anerkennung. Zugleich stellte er heraus, dass diese Pflegereformen zu einer „Pflegeversicherung 2.0“ führen werden. „Die Einführung der gesetzlichen Pflegeversicherung als 4. Säule der Sozialversicherung war damals eine Revolution. Jetzt erleben wir gerade eine richtungsweisende Evolution. Wir bekommen seit rund zwei Jahren für unsere bestehenden ambulanten Angebote auskömmliche Vergütungssätze. Wir werden ab dem 1. Januar 2017 neben der reinen ambulanten Pflegeleistung unser Angebot an besonderen Betreuungs- und Entlastungsangeboten sogar extrem erhöhen. Wir werden anbieten, dass wir Demente bei ihnen daheim zeitweise betreuen und so die Angehörigen entlasten. Wir werden das Angebot einer temporären Gruppenbetreuung für Demente in der Sozialstation, das wir heute schon in der Gruppe Sonnenstrahl bieten, erweitern. Derzeit prüfen wir zudem die Beschaffung eines Kleinbusses, damit wir diese Klienten daheim abholen können und auch so die Angehörigen entlastet werden.

Zugleich haben die Pflegereformen zu einer großen Angebotsvielfalt geführt. Das ist sehr positiv. Dadurch wird es aber für Betroffene und deren Angehörige zunehmend schwieriger den Überblick zu behalten. Deshalb stärken wir auch die Pflegeberatung in der Sozialstation. Ab dem nächsten Jahr wird sich unsere bisherige langjährige stellvertretende Pflegedienstleiterin Alexandra Pirner ausschließlich um Beratung und die Gruppenangebote kümmern. Sie bringt 10 Jahre Leitungserfahrung im Pflegebereich ein. Aber ihre Beratungsleistungen gehen noch deutlich darüber hinaus. So berät sie gerne auch, wenn es beispielsweise um Fördermöglichkeiten für den altengerechten Umbau von Wohnungen geht oder welche weiteren Hilfen es gibt, die viele Betroffene oder ihre Angehörigen leider häufig gar nicht kennen.“

„Gerade diese Beratung sehe ich als großen Schritt vorwärts an. Wir anerkennen als Staat die großartige Leistung der Pflegende. Deshalb haben wir vielfältige Hilfen geschaffen. Zugleich wollen wir erreichen, dass sich niemand schämt, wenn er diese Angebote zur Entlastung auch annimmt“, betonte Alois Karl.

„Wir erleben in der Praxis jeden Tag, dass diese Gesetzesänderungen tatsächlich dazu führen, dass das Prinzip ambulant vor stationär nachhaltig gestärkt wird“, berichtete Alexandra Pirner zum Abschluss des Gespräches.