Alois Karl Bundestagsabgeordneter für Amberg-Sulzbach-Neumarkt


Ausbau der Bundesstraßen 85 und 299 soll weiter vorangetrieben werden – Region unterstützt den Ausbau der Bahnlinie Nürnberg-Amberg-Prag

Alois Karl, Harald Schwartz und Richard Reiniger hatten zu einer gemeinsamen Straßenbaukonferenz eingeladen

Die Teilnehmer nach der Straßenbaukonferenz im Landratsamt Amberg-Sulzbach.

Amberg. „Wir wollen die Verkehrssituation in unserer Heimat nachhaltig verbessern. Dazu gehört der konsequente Ausbau der B85 und der B299 in der Region Amberg-Sulzbach“, waren sich die Teilnehmer der Straßenbaukonferenz Amberg/Amberg-Sulzbach einig, zu der MdB Alois Karl, MdL Dr. Harald Schwartz und Landrat Richard Reisinger die 27 Bürgermeister der Landkreiskommunen, Oberbürgermeister Michael Cerny und MdB Barbara Lanzinger ins Landratsamt Amberg-Sulzbach eingeladen hatten. Zusammen mit Ministerialrat Manfred Jung von der Obersten Baubehörde in München, sowie Vertretern der Regierung der Oberpfalz und des Staatlichen Bauamts diskutierten die Mandatsträger den aktuellen Stand der regionalen Projekte zum neuen Bundesverkehrswegeplan und stimmten dann das weitere Vorgehen ab. Anschließend wurde über Maßnahmen an Bundesfernstraßen gesprochen, die außerhalb des Bundesverkehrswegeplans realisiert werden sollten, bevor noch kurz über wichtige Staatsstraßenprojekte gesprochen wurde.

„Der neue Bundesverkehrswegeplan befindet sich gerade in Erarbeitung. Im Vorlauf hatte ich als Wahlkreisabgeordneter für 9 Projekte aus der Region Amberg/Amberg-Sulzbach angemeldet. Alle Projekte wurden auch im weiteren Verfahren durch externe Gutachter bewertet. Die Gutachter haben 6 dieser Projekte für eine Berücksichtigung im neuen Bundesverkehrswegeplan vorgeschlagen. Alle Projekte aus meinem Wahlkreis umfassen ein Gesamtvolumen von über 1 Milliarde Euro. Das ist ein großer Erfolg für unsere Heimat! Trotzdem wollen wir bei einigen Projekten noch eine Einstufung in eine höhere Dringlichkeitsstufe erreichen. Zugleich streben wir an, dass noch weitere zwei Vorhaben aus meiner Projektliste im Bundesverkehrswegeplan zusätzlich verankert werden, die augenblicklich herausgefallen sind. Damit wir dieses Ziel erreichen können müssen wir als Region geschlossen auftreten und unser weitere Vorgehen abstimmen. Deshalb habe ich als Wahlkreisabgeordneter zusammen mit Landrat Richard Reisinger und Landtagsdirektabgeordneten Dr. Harald Schwartz zu dieser Runde eingeladen“, führte Bundestagsabgeordneter Alois Karl zu Beginn aus.

„Zunächst ist es ein wichtiger Erfolg, dass das Bundesverkehrsministerium den Ausbau der Bahnstrecke Nürnberg-Amberg-Schwandorf-Prag erstmals Verankerung in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen hat. Dieses neue Projekt wurde zunächst in den sog. Potentiellen Bedarf eingeordnet. Für diese Projekte laufen noch weitere, vertiefende Bewertungen, die erst im nächsten Jahr abgeschlossen werden. Da der neue Bundesverkehrsplan aber bereits heuer beschlossen werden soll, sind in den Finanzplanungen bereits hohe Finanzierungssummen berücksichtigt. Diese umfassen allein für Streckenmaßnahmen des „Vordringlichen Bedarfs“ 3,25 Milliarden Euro und für Streckenmaßnahmen des „Weiteren Bedarfs“ nochmals 8,45 Milliarden Euro. Mein Ziel ist es, dass der Ausbau der Bahnstrecke Nürnberg-Amberg-Schwandorf-Prag möglichst rasch in den Vordringlichen Bedarf aufgenommen wird.“

Landrat Richard Reisinger erklärte anschließend, dass der Landkreis Amberg-Sulzbach bereits eine Stellungnahme erarbeitet habe und man sich mit Nachdruck für eine solche Einstufung einbringen werde. Schon in der Vergangenheit habe man als Landkreis, aber auch über den ZNAS mit Nachdruck für dieses wichtige Projekt gekämpft. Landtagsabgeordneter Dr. Harald Schwartz kündigte an, sich erneut an Bayerns Innenminister Joachim Herrmann zu wenden und auch dort für eine Aufnahme in den Vordringlichen Bedarf zu werben. Oberbürgermeister Michael Cerny betonte den hohen Stellenwert, den ein Ausbau dieser Bahnstrecke für die Region hat.

Einig waren sich die Teilnehmer auch darüber, dass die B85 und die B299 wichtige Hauptverkehrsschlagadern für Amberg- und Amberg-Sulzbach sind. Ministerialrat Jung konnte berichten, dass die B85 („Verbindungsfunktionstufe 1“) und die B299 in diesem Bereich auch von Bayern als zentralen Verkehrsachsen gesehen werden und deshalb deren Ausbau vom Freistaat massiv unterstützt wird. Direktor Wasmuth vom staatlichen Bauamt berichtete, dass für den weiteren Ausbau der B85 zwischen der Autobahn A6 bei Amberg-Ost und der A93 bei Schwandorf bisher nur eine Nutzen-Kosten-Bewertung für die Gesamtmaßnahme vorliege. Der angestrebte Ausbau im Bereich Autobahnanschlussstelle Amberg-Ost und Pittersberg als Teilstück bringe innerhalb dieses Gesamtprojekts den höchsten verkehrlichen Nutzen. Zudem ist dort mit den geringsten Ausbaukosten je Kilometer zu rechnen. MdB Alois Karl, MdL Dr. Harald Schwartz, Landrat Richard Reisinger, Oberbürgermeister Michael Cerny und Bürgermeister Josef Gilch kündigten daraufhin an, hier nochmals eindringlich für eine Höherstufung und eine rasche Realisierung des Vorhabens einzutreten.

Bei der B299 standen insbesondere die Ortsumgehungen im Fokus des Gespräches. Alois Karl berichtete, dass er sich bereits im Vorfeld des aktuellen Gespräches sowohl für eine Höherstufung der Ortsumgehungen von Tanzfleck und Ursensollen, sowie für die Aufnahme der Umgehung von Großschönbrunn in den Bundesverkehrswegeplan ausgesprochen habe und dies mit zahlreichen Sachargumenten untermauert habe. Es wurde vereinbart, dass MdB Alois Karl, MdL Dr. Harald Schwartz, Landrat Richard Reisinger und die Bürgermeister Bücherl und Mädler nochmals aktiv werden.

Hinsichtlich der B299 Umgehung Tanzfleck bestätigte sich, dass durch die Gutachter fälschlicher Weise bei ihrer Bewertung eine zu geringe Entlastungswirkung der Ortsdurchfahrt angenommen haben. Zudem wurde auch nicht berücksichtigt, dass es seitens der Gemeinde bereits konkrete Überlegungen gibt, wie im Falle einer Ortsumgehung die Ortsdurchfahrt neu gestaltet werden soll, was zu einer städtebaulichen Aufwertung und zugleich weiteren Verdrängung des überörtlichen Verkehrs aus des Ortsdurchfahrt führen wird. Diese Punkte werden jetzt von den Mandatsträgern nochmals in das Verfahren eingebracht, mit dem Ziel, dass die Umgehung von Tanzfleck in den Vordringlichen Bedarf hochgestuft wird. Hinsichtlich der Ortsumgehungen von Großschönbrunn und Seugast wies Freihung Bürgermeister darauf hin, dass allein das in dieser Region tätige Quarzsandunternehmen zu einem Aufkommen von täglich ca. 80 Lkws führe, was er in der bisherigen Bewertung nicht wiederfinde.

Auch bei der Ortsumgehung von Ursensollen sieht man gute Argumente für eine Höherstufung in den Vordringlichen Bedarf. Schließlich führe die B299 heute direkt an der Mittelschule in Ursensollen vorbei. Gerade der hohe Anteil an Schwerlastverkehr stellt hier eine erhebliche Gefährdung der Schüler dar, so dass die Gemeinde bereits prüfe in diesem Bereich die Höchstgeschwindigkeit auf 30 km/h zu beschränken.

Ein weiterer Punkt war die B14 die Umgehung von Sulzbach-Rosenberg. Hier verdeutlichte Bundestagsabgeordneter Alois Karl auf Nachfrage von Bürgermeister Göth, dass dieses Projekt nicht verwirklicht werde, wenn es die Menschen vor Ort ablehnen würden. Zusätzlich sprach sich Bürgermeister Roland Strehl für eine Überprüfung der Ausbaupläne für die B85 im Bereich Haidweiher aus. Bürgermeister Joachim Neuß und Kreisrat Helmut Zerreis regten eine weitere Ertüchtigung der B85 ab Sulzbach-Rosenberg in Richtung A9 Anschlussstelle Pegnitz/Auerbach an. „Dies ist durchaus erreichbar“, zeigte sich Ministerialrat Jung zuversichtlich. Bürgermeister Neuß berichtete über laufende Maßnahmen der Stadt für ein Gewerbegebiet an B85 an und Helmut Zerreis verwies darauf, dass schon heute das Verkehrsaufkommen auf der B85 mit 11.000 Fahrzeugen über den bayerischen Durchschnitt für Bundesstraßen liegt.

Diese Ertüchtigungen werden im Rahmen von Maßnahmen außerhalb des Bundesverkehrswegeplans geprüft, sicherten Ministerialrat Jung und Direktor Wasmuth zu. „Dies hat sehr gute Chancen auf Realisierung“, führte Ministerialrat Jung aus. Hier setzte auch Oberbürgermeister Michael Cerny an. Er verwies auf ein geplantes interkommunales Gewerbegebiet an der B299 zwischen Amberg und Ursensollen und warb dafür, dass dann auch eine gute Anbindung an die B299 geschaffen wird. Anschließend informierte Direktor Wasmuth die Teilnehmer noch über weitere Maßnahmen an der B299, sowie an Staatsstraßen, die aktuell in Vorbereitung sind.

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