Alois Karl Bundestagsabgeordneter für Amberg-Sulzbach-Neumarkt


Alois Karl informierte sich bei Ausstellung im Berliner Paul-Löbe-Haus die auch über NS-Zwangsarbeit im Wahlkreis Amberg-Sulzbach-Neumarkt thematisiert

Stammlager Sulzbach-Rosenberg und Durchgangslager Neumarkt werden exemplarisch für den Umgang mit Zwangsarbeitern dargestellt

MdB Alois Karl wurde darauf aufmerksam, dass bei dieser Ausstellung in Berlin über das Stammlager Sulzbach-Rosenberg und das Durchgangslager Neumarkt informiert wird und einzelne Schicksale von NS-Zwangsarbeitern und Berichte von Zeitzeugen dokumentiert sind.

Berlin. Es ist zu einer guten Tradition geworden, dass im Paul-Löbe-Haus nicht nur die die Ausschüsse des Deutschen Bundestages beraten, sondern im Innenbereich wechselnde  politische Themen mit Ausstellungen beleuchtet werden. Die aktuelle Ausstellung informiert über die Schicksale von Zwangsarbeitern während des Zweiten Weltkriegs im ländlichen Raum in Deutschland. Bei der Betrachtung dieser Ausstellung ist Bundestagsabgeordneter Alois Karl darauf aufmerksam geworden, dass dabei das Stammlager Sulzbach-Rosenberg sowie das Durchgangslager in Neumarkt stellvertretend für die NS-Zwangsarbeit in Bayern aufgearbeitet wurden.

Das Stammlager mit der kalten Abkürzung StaLag in Sulzbach-Rosenberg befand sich dort, wo heute die Beethofen-, Goethe- und Uhlandstraße verlaufen. Die dort zusammengepferchten Menschen mussten unter harten Bedingungen unter anderen in der Maximilianshütte, im Erzbergwerk Auerbach, in Weigendorf, in Poppberg und in Kümmersbruck schuften. Im Stammlager XIII a waren während des Krieges über 2.700 Zwangsarbeiter untergebracht, weitere rund 37.000 Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene waren in Außenlagern bei ihren Arbeitsorten im weiteren Umkreis verteilt.

Die Barackensiedlung in Neumarkt, von der noch Reste erhalten sind, lag im Bereich des heutigen Ortsteils Wolfstein. Es war ein Durchgangslager, von wo aus Menschen, die aus Ost- und Südosteuropa nach Deutschland deportiert worden waren, auf ganz Nordbayern verteilt wurden, um in Fabriken oder der Landwirtschaft zu arbeiten. Für viele hieß das, dass sie in der Fremde an Unterernährung oder fehlender medizinischer Betreuung sterben mussten. Heute haben mehr als 5.000 tote Zwangsarbeiter, zusammengetragen aus ganz Bayern, an der Kriegsgräberstätte am Föhrenweg ihre letzte Ruhe gefunden.

Die Ausstellung im Deutschen Bundestag, die läuft noch bis kommenden Freitag, 26. Februar. Sie ist im Paul-Löbe-Haus des Deutschen Bundestages zu sehen, dort wo auch Alois Karl sein Büro hat. Sie widmet sich auch Einzelschicksalen, lässt Überlebende zu Wort kommen und ist aussagekräftig bebildert – unter anderem mit Fotos der Lager in Neumarkt und in Sulzbach-Rosenberg.

Zum Hintergrund:

Bundestagspräsident Prof. Dr. Norbert Lammert hatte die Ausstellung „NS-Zwangsarbeit im ländlichen Raum. Ausstellungsprojekte gegen das Vergessen“ in der Halle des Paul-Löbe-Hauses im Berliner Parlamentsviertel eröffnet. Es handelt sich um eine Ausstellung der Projektgruppe „Zwangsarbeit“ e.V. im Auftrag des Deutschen Bundestages. Zur Ausstellung sprach der Vorsitzende der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“, Dr. Michael Jansen.

Am Ende des Zweiten Weltkrieges waren es mehr als 13 Millionen Männer, Frauen und Kinder aus fast ganz Europa, die im Deutschen Reich Zwangsarbeit leisten mussten. Sie schufteten auf den Feldern der Landwirte, in der Rüstungsindustrie, in Privathaushalten und in so gut wie jedem Handwerks- und Gewerbebetrieb – ob im Hotel, in der Limonadenfabrik, beim Bäcker, Gärtner, Schneider oder im Friseursalon.

Die Zwangsarbeiter gelten als größte Opfergruppe des nationalsozialistischen Systems. Während ihre Geschichte und Geschichten in größeren Städten weitgehend erforscht und veröffentlicht wurden, hat das Schicksal der Deportierten in den ländlichen Regionen Deutschlands bis dato nur wenig Beachtung gefunden. Sulzbach-Rosenberg und Neumarkt, wo viele Flüchtlinge nach dem Krieg zuerst unterkamen und sich schließlich hier niederließen, dürfte einige der wenigen rühmlichen Ausnahmen sein. Das Schicksal der Deportierten ist Teil der Geschichte der Städte.

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